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Sanofi übernimmt Konkurrenz

Sanofi übernimmt Konkurrenz

(02.09.2017)

Sanofi übernimmt Konkurrenten Protein Sciences

Mitte Juli 2017 gab der Pharmariese Sanofi Pasteurs offiziell bekannt, dass das Unternehmen seinen Konkurrenten Protein Sciences übernommen hat. Die Übernahme in Höhe von 750 Millionen Euro soll für einen Ausbau der Angebotspalette Sanofis sorgen. Zugleich bietet die Übernahme von Protein Sciences wesentliche Vorteile in der Entwicklung von Produkten wie dem Grippeimpfstoff Flublok.

Millionenschwere Übernahme

Der französische Pharmakonzern Sanofi Pasteurs ist für seine breite Produktpalette bekannt. Mit Juli 2017 dürfte sich diese zunehmend erweitern. Für rund 750 Millionen Euro übernahm der Pharmariese seinen Konkurrenten Protein Sciences. Zunächst sollen hierbei nur 650 Millionen Euro für das nicht börsennotierte Unternehmen fällig werden. Erreicht Sanofi bestimmte Meilensteine, müssen die weiteren 100 Millionen Euro bezahlt werden. Das in den USA ansässige Unternehmen Protein Sciences ist eine Biotechnologiefirma, welche sich auf Impfstoffe spezialisiert hat. Im Rahmen der Übernahme plant Sanofi, seine Produktpalette vor allem im Bereich der Impfstoffe zu erweitern. Schon im dritten Quartal 2017 soll die Übernahme abgeschlossen werden, wobei zur Bekanntgabe der Akquisition das Board von Protein Sciences sowie der Großteil der Anteilseigner ihre Zustimmung gegeben haben.

Spezieller Impfstoff als Ziel

Während die Übernahme von Protein Sciences die Möglichkeit bietet, zahlreiche neue Impfstoffe zu entwickeln und zu vertreiben, legt Sanofi Pasteurs Wert auf ein ganz bestimmtes Produkt. Der Grippeimpfstoff Flublok, welcher auf rekombinanten Proteinen basiert, soll das Grippe-Portfolio von Sanofi wesentlich erweitern. Der besondere Vorteil der Übernahme besteht in der Möglichkeit, den speziellen Grippeimpfstoff deutlich schneller als herkömmliche Impfstoffe zu produzieren und dadurch gleichzeitig die Möglichkeit zu schaffen, auf Grippevirenmutationen kurzfristiger zu reagieren. Flublok dient der Immunisierung sämtlicher Erwachsener ab 18 Jahren. Im Herstellungsprozess, dem sogenannten B.E.S.T. (baculovirus expression system technology) des Impfstoffes werden keine Eier benötigt, wobei diese Technologie ebenso bei Sanofi zum Einsatz kommt. Flublok ist der einzige proteinbasierte Grippeimpfstoff, welcher von der US Food and Drug Administration (FDA) anerkannt wurde. Protein Sciences erhielten im Oktober 2016 die Erlaubnis der FDA für die vierwertige Version des Flublok Impfstoffes, welcher lediglich für Personen ab einem Alter von 18 Jahren bestimmt ist.

Positive Stimmung bei Sanofi

Die Übernahme von Protein Sciences stieß vor allem bei Sanofi auf positive Stimmen. „Wir freuen uns, die talentierten Angestellten von Protein Sciences bei Sanofi Pasteur willkommen zu heißen“, äußerte sich David Loew, seines Zeichens Executive Vice-President und Kopf von Sanofi Pasteur. „Die Ergänzung des Flublok Quadrivalent Impfstoffes repräsentiert eine sehr attraktive Möglichkeit, um unser Grippeimpfstoffportfolio zu vervollständigen. Diese Übernahme ist übereinstimmend mit unserer strategischen Bemühung, unsere Präsenz auf dem respiratorischem Impfstoffmarkt zu erweitern und baut auf die kürzlich bekanntgewordene Kollaboration bezüglich eines untersuchungsmäßigen respiratorischen Synztial-Virus (RSV) monoklonalen Antikörpers auf“, ergänzte Loew.

Auch Protein Sciences zeigt sich von der Übernahme positiv überzeugt. „Protein Sciences suchte aktiv nach einer Gelegenheit, seinen Geschäftsbereich zu erweitern. Dies galt vor allem für die USA“, sagte Manon M.J. Cox, Präsident und Chief Executive Officer von Protein Sciences. „Als Teil von Sanofi Pasteur erwarten wir, dass der Flublok Grippeimpfstoff von Sanofi Pasteurs Expertise im Bereich der Grippeimpfstoffe profitieren wird.“

Verpasste Chancen in der Vergangenheit

Die Übernahme von Protein Sciences durch Sanofi Pasteurs stellt die erste Akquisition seit Langem dar. 2016 hatte der französische Konzern die Chance, gleich zwei Unternehmen zu übernehmen, entschied sich jedoch dagegen. Im Sommer 2016 bestand die Chance, Krebsspezialist Medivation von Pfizer für 14 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, woraufhin Sanofi von Konkurrenten stark kritisiert wurde. Im Januar 2016 verlor der Konzern zugleich den Kampf um das schweizerische Biotechnologieunternehmen Actelion, welcher zwischen Sanofi Pasteurs und Johnson & Johnson herrschte. Inwiefern die Übernahme von Protein Sciences die Konkurrenz erschüttert oder anregt, ist nicht bekannt. Jedoch zeigt Sanofi mit seiner millionenschweren Übernahme deutlich, dass der Konzern bereit ist, zukünftig in weitere Sektoren zu investieren und seine Forschung voranzutreiben.

Sanofi möchte eine Allianz mit Google

Sanofi sucht Zusammenarbeit mit Google bei der medizinischen Forschung

Der US-Konzern Google beschränkt sich inzwischen nicht mehr nur auf den IT-Sektor. Zahlreiche Projekte führt das Unternehmen allein oder in Kombination mit anderen Betrieben durch. Nun ist eine „Diabetes-Allianz“ mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi geplant. Sanofi möchte eine Allianz mit Google. Das gemeinsame Projekt soll durch Verily Life Science, ein zu Google gehörendes Unternehmen betrieben werden. Im Mittelpunkt des Gemeinschaftsprojekts soll Diabetes Typ 2 stehen.

Gemeinsames Ziel

US-Konzern Google möchte sich in naher Zukunft an einem Gesundheitsprojekt mit Mittelpunkt Diabetes Typ 2 beteiligen. Hierbei wird die Beteiligung nicht nur den Mutterkonzern mit IT-Schwerpunkt selbst, sondern durch den zu Google gehörenden Konzern Verily Life Science durchgeführt. Partner in der „Diabetes-Allianz“ wird der französische Pharmakonzern Sanofi. Sanofi und Verily Life Sciences führen im Zuge der Allianz mit ihrem Gemeinschaftsunternehmen Onduo die Forschung an Diabetes durch. Zugleich soll die Allianz die Forschung an Diabetes vorantreiben, wodurch letztendlich auch die Patienten profitieren sollen. Patienten mit Diabetes sollen durch die verbesserte Forschung auch bessere Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Die Ankündigung, dass dieses Projekt geplant war, wurde zudem schon vor über einem Jahr offiziell verkündet.

Sanofi möchte eine Allianz mit Google mit Konzentration auf Diabetes Typ 2

Obwohl das Gemeinschaftsprojekt die allgemeine Forschung an Diabetes vorsieht, soll zunächst nur eine Konzentration auf Diabetes Typ 2 erfolgen. Patienten mit Diabetes Typ 2 leiden unter einem starken Insulinmangel, da deren Körper das regulierende Hormon nicht mehr vollständig von alleine produzieren kann. Schätzungen zufolge leiden weltweit über 422 Millionen Menschen an dieser Krankheit. Die genauen Forschungsziele des neuen Joint-Venture wurden jedoch nicht bekanntgegeben. Allerdings wurde bereits der Chef des Unternehmens mit Sitz im Cambridge bekanntgeben, sodass die „Diabetes-Allianz“ vom US-Arzt Joshua Riff geleitet werden wird.

Typische Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen IT-Konzern Google und Pharmakonzern Sanofi stellt kein Novum im Bereich der Joint-Ventures dar. Inzwischen neigen immer mehr Pharmafirmen zu einer Zusammenarbeit mit IT-Konzernen. Vor allem der Pharmaziesektor verändert sich durch die anhaltende Digitalisierung sehr schnell, sodass die Zusammenarbeit mit einem IT-Unternehmen die Veränderungen zeitgemäß erfassen kann. Die Allianzen bzw. Zusammenarbeiten sorgen letztendlich dafür, dass große Mengen an Daten auftreten, welche von den Pharmazieunternehmen bereitgestellt und von den IT-Unternehmen aufbereitet werden.

Nicht die erste Zusammenarbeit

Die „Diabetes-Allianz“ zwischen Google und Sanofi ist zugleich nicht das erste gemeinsame Projekt zwischen einem Google- und Pharmazieunternehmen. In der Vergangenheit konnte bereits ein ähnliches Projekt realisiert werden. Hierbei arbeitete Google-Mutter Alphabet mit dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline zusammen und rief das Unternehmen Galvani Bioelectronics ins Leben. Forschungsschwerpunkt von Galvani Bioelectronics ist die Erforschung chronischer Krankheiten. Galvani Bioelectronics führt verschiedene Forschungen im medizinischen Bereich der Bioelektronik durch. Insgesamt investierten Google und GlaxoSmithKline 540 Pfund bzw. 638 Millionen Euro in das neue Unternehmen.

Teures Projekt

Das gemeinsame Projekt von Google und Sanofi soll letztendlich einige hundert Millionen Dollar verschlingen. Gemeinsam ist eine Investition in Höhe von 500 Millionen US-Dollar geplant. Die gesamte Investition soll der Erforschung der Krankheit zugutekommen, sodass rasch deutliche Fortschritte in der Diabetes-Forschung erzielt werden können. Onduo als gemeinsames Unternehmen soll hierbei Lösungen für Diabetes-Patienten jeden Typs entwickeln. Die Lösungen sollen Medizin und Software verbinden, wobei die Umsetzung der Lösungen vielfältig ausfallen kann. Unter anderem kann die Forschungsarbeit von Onduo spezielle Messgeräte entwickeln. Diese sollen nicht nur die Blutzuckerwerte automatisch erkennen, sondern ebenfalls die passende Menge an Insulin dem Patienten verabreichen können.

Eine der größten Volkskrankheiten Deutschlands

Diabetes, vor allem Diabetes Typ 2, zählt zu den größten Volkskrankheiten, welche innerhalb Deutschlands auftreten können. Auf der gesamten Welt sollen laut Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 420 Millionen Menschen an der sogenannten „Zuckerkrankheit“ leiden. Dass die Zusammenarbeit ausgerechnet mit Sanofi geschieht, ist hierbei nicht verwunderlich. Das französische Pharmaunternehmen gilt als einer der weltgrößten Anbieter, welche Diabetes-Medikamente vermarkten. Ob die Konzentration auf die Erforschung von Diabetes Typ 2 dennoch allein deutlich Erfolge bringt, ist bisher unklar.