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Die EZB bleibt hart, Bafin kontrolliert schärfer, Buffet schlägt Woods, Chancen abseits der ESG-Investments

Die EZB bleibt hart, Bafin kontrolliert schärfer, Buffett schlägt Woods, Chancen abseits der ESG-Investments

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Wieder nichts Neues von der Zinsfront. Während die ersten Investmentbanker für die USA bereits aufgrund der hohen Inflation von einer fünfmaligen Erhöhung der Leitzinsen in diesem Jahr ausgehen, bleibt die EZB bei ihrer Politik. Die EZB belässt den wichtigsten Leitzins bei null Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilte. Dabei fordern Experten wegen der steigenden Inflation eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik. Auf der einen Seite wird dem Bürger das Geld aus der Tasche weginflationiert und auf der anderen Seite dürften Investments in Aktien der einzige Ausweg für die Anleger bleiben, etwas gegen die Inflation zu unternehmen. Der erstmals an der EZB-Ratstagung teilnehmende neue Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte: “Bei aller Unsicherheit ist eines ganz klar: Wenn es die Preisstabilität erfordert, muss der EZB-Rat handeln und seinen geldpolitischen Kurs anpassen.” 

Die Bafin hat wie bekannt einen neuen Chef. Und es scheint als ob Mark Branson jetzt aufräumt und Pleiten wie bei WireCard und  Greenshill in Zukunft verhindern will. Es ist zumindest schon der zweite harte Schritt gegen ein Finanz-Start-up in kurzer Zeit – wenn auch nicht ganz so drastisch. Nachdem bereits die bekannte Smartphone-Bank N26 von der Bundesfinanzaufsicht Bafin einen Sonderaufpasser an die Seite gestellt und zusätzliche Wachstumsbeschränkungen auferlegt bekommen hat, trifft es jetzt die Solarisbank. Die erst 2016 gegründete Solarisbank ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und zählt zu den Hoffnungsträgern am deutschen Finanzplatz. Allein im vergangenen Jahr hat die Bank eigenen Angaben zufolge eine Million neue Onlinekonten eröffnet. Bitte nicht falsch verstehen, es ist richtig, dass die Aufsicht jetzt genauer hinschaut. Irgendwann werden die Investoren ihre Anteile versilbern wollen. Das geht bekanntlich am besten, wenn man ein Unternehmen an die Börse bringt. Und dann sollte schon alles ordnungsgemäß sein.

Warren Buffett war schon fast abgeschrieben (aber nicht bei uns!). Die Anlagestrategie unseres Depotwertes Berkshire Hathaway wirkte veraltet, in Trading-Foren wurde Buffet verspottet, weil er wichtige Zukunftstrends verpasst hatte. Doch jetzt ist sein Fokus auf wertorientierte Papiere so gefragt wie selten. Allein am letzten Freitag im Januar verdiente er mit dem Kurssprung von Apple fast zehn Milliarden Dollar. Das führt zu einer bemerkenswerten Wende in der Welt der Star-Investoren: Die Aktie von Berkshire Hathaway hat den Flaggschiff-Fonds von Cathie Wood überholt, der Chefin von Ark Invest. Seit Anfang 2020 legte das Berkshire-Papier um knapp 38 Prozent zu. Wood, die für ihren Fokus auf disruptive Unternehmen bekannt ist und der Star der Pandemie war, erzielte mit ihrem börsengehandelten Fonds (ETF) ARKK eine Rendite von 36 Prozent. Der Grund ist die bevorstehende Zinswende der US-Notenbank, die für eine grundlegende Verschiebung an den Märkten sorgt (siehe oben).

 

 

Alle wenden sich grünen Investments zu. Anleger sind davon überzeugt, damit etwas für die Umwelt zu tun und auch noch damit Geld zu verdienen. Erst recht dann, wenn die neue Taxonomie-Verordnung der EU auch noch Investments in Kernkraft und Erdgas für ökologisch hält. Nur was ist mit den anderen Unternehmen außerhalb der ESG-Kriterien, die von den milliardenschweren Pensions- und Investmentfonds gemieden werden? Diese sind jetzt spottbillig zu erwerben. Wer also keine Bedenken hat mit ethisch unkorrekten Werten in seinem Depot, der sollte sich jetzt Unternehmen beispielsweise aus den Bereichen Öl, Gas, Rüstung und Tabak anschauen. Diese Werte sind jetzt spottbillig zu erwerben. Wer Aktien dieser Unternehmen kaufen will, bezahlt diese in der Regel mit weniger als ihrem 15-, oft sogar weniger als ihrem 10-fachen erwirtschafteten Jahresnettogewinn. Gazprom beispielsweise, egal ob Nordstream II jetzt oder später in Betrieb geht, gibt es gar nur für den dreifachen Jahresgewinn (Dividendenrendite für 2022 erwartet 17,63 Prozent!). Und sollte es aus politischen Gründen nicht mit Nordstream II klappen, steht China als Abnehmer des russischen Erdgases bereit. Dazu passt auch die Meldung, dass die Aktien japanischer Öl- und Gaskonzerne seit Anfang 2021 eine ordentliche Performance von 38,7 Prozent in Euro verzeichneten. Blickt man eine Ebene tiefer, unterteilt der TOPIX den Sektor in Förderunternehmen und Raffinieren. Angesichts der gestiegenen Preise für fossile Energieträger glänzten insbesondere die Förderer mit einem Plus von 91,1 Prozent. Konzerne, die sich mit der Veredlung von Brennstoffen beschäftigen, erzielten hingegen eine Rendite von „nur“ 25,9 Prozent – aber damit ebenfalls deutlich mehr als der breite japanische Markt, der mit 5,4 Prozent abschloss. Achten sollten Anleger bei ihren Investments darauf, dass die Unternehmen nicht nur billig sind, sondern eine marktbeherrschende Stellung haben.

Frauen an die Macht bzw. an die Anlegerfront. 3,2 Billionen Dollar könnten der Anlagebranche zusätzlich zur Verfügung stehen, wenn Frauen im selben Umfang wie Männer investieren würden. Das sagt zumindest eine Studie des amerikanischen Vermögensverwalters BNY Mellon Investment.