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Die zehn besten Gründe, warum Anleger den Aktienmärkten nicht adieu sagen sollten Teil I

Ein Kommentar von Carsten Witt, stellv. Geschäftsführer des Niedersächsischen Anlegerclubs (NDAC)

Viele unserer Kleinanleger schauen mit Grauen auf ihr Depot, schließlich haben sie in diesem Jahr erhebliche Verluste erlitten. Zusätzlich kamen die großen Unsicherheitsfaktoren dazu, die höchstwahrscheinlich nicht mit dem Jahresende verschwinden und uns auch noch 2023 begleiten werden. Natürlich kann ihr Autor alle Kleinanleger verstehen, die jetzt sagen, das war`s, ich mache den Rest meines Depots noch zu Geld, vielleicht reicht es noch zu einem Restaurantbesuch mit der Familie zu Weihnachten oder Ähnliches. Allen Kleinanlegern sei gesagt, es gibt gute Gründe, investiert zu bleiben und die zugegeben schlechte Zeit auszusitzen.

1.    Kein Aktienmarkt verharrt lange Zeit auf seinem Tiefpunkt, im Allgemeinen steigen die Märkte wieder

Es ist zermürbend, die Achterbahn der Marktschwankungen mitzufahren, und es gibt leider immer noch erhebliche Risiken. Doch die Fakten sprechen für sich: Aktien haben sich in der Vergangenheit für geduldige Anleger in Form von langfristigen Kurssteigerungen ausgezahlt. Der Versuch, in den Markt ein- und auszusteigen, kann sogar teurer sein als das Durchhalten in schwierigen Zeiten. Während der S&P 500, der Standard für die Wertentwicklung von US-Großunternehmen, im Laufe der Geschichte immer wieder Schwankungen unterworfen war, ist der langfristige Aufwärtstrend eindeutig.

2.    Für langfristig orientierte Kleinanleger sind Aktien immer noch die beste Möglichkeit, sich Kapital aufzubauen

Festverzinsliche Anlagen sind ein grundlegender Bestandteil einer diversifizierten Anlagestrategie, zumal es jetzt wieder Zinsen fürs Geld gibt, wenn sie auch minimal sind und können als Ausgleich dienen, wenn sich die Aktienmärkte eintrüben. Über einen längeren Zeitraum hinweg bieten Aktien jedoch nach wie vor das attraktivere langfristige Wachstumspotenzial. Betrachtet man die rollierenden 10-Jahres-Zeiträume von 1990 bis heute, so schnitten globale Aktien mit hoher Marktkapitalisierung in mehr als drei Vierteln der Fälle besser ab als globale Investment-Grade-Anleihen (Investment Grade ist ein Überbegriff für Anleihen von bester beziehungsweise mittlerer Bonität – also einem einwandfreien Ruf einer Firma oder Person in Bezug auf ihre Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit).

3.    Die Zinsen sind nach wie vor relativ niedrig, und Aktien erscheinen vernünftig bewertet

Ja, es gibt wieder, wie eingangs bereits festgestellt, Zinsen aufs eingesetzte Kapital. Obwohl die Zinsen in den letzten zwei Jahren vor allem in den USA stark angestiegen sind, sind sie im historischen Vergleich recht niedrig. Und obwohl höhere Zinsen das Wirtschaftswachstum bremsen könnten, halten wir das Risiko für gering, dass die Zinsen auf die Höchststände der frühen 1980er-Jahre steigen. Gegenwärtig deuten die Fed Funds Futures (werden von Banken und festverzinslichen Portfoliomanagern verwendet, um sich gegen Schwankungen auf dem Markt für kurzfristige Zinssätze abzusichern) darauf hin, dass der Zinssatz bis Mitte 2023 knapp über 5 Prozent liegen wird. Doch selbst bei höheren Zinsen übersteigt die Gewinnrendite von Aktien sowohl ihren eigenen langfristigen Durchschnitt als auch die Rendite 10-jähriger Treasuries (staatliche Schatzanleihen). Das bedeutet, dass zumindest in den USA Aktien im Vergleich zu Anleihen unserer Meinung nach immer noch angemessen bewertet sind. In Europa wird man sehen, wie entschlossen die EZB die Inflation bekämpfen wird.

4.    Trotz des Drucks auf die Bewertungen der Aktien haben sich die Gewinne bisher gehalten

Während die Bewertungskennzahlen im vergangenen Jahr einen Rückgang verzeichneten, haben sich die Gewinne der Unternehmen relativ gut gehalten, was darauf hindeutet, dass die Bewertungsexzesse der vergangenen Hausse eine Korrektur erfahren, insbesondere bei unprofitablen Technologieunternehmen. Allerdings haben sich in den Gewinnberichten für das dritte Quartal erste Enttäuschungen abgezeichnet, wobei die guten Ergebnisse im Energiesektor die Rückstufungen in anderen Sektoren überdecken. Letztendlich wird wohl so sein, dass ein weniger spekulatives Umfeld die Fundamentaldaten der Unternehmen stärker in den Vordergrund rücken könnte. Ein aktives Management kann dazu beitragen, Unternehmen mit hohen Cashflows, Gewinnen und stabilen Margen zu finden, die nicht nur in der Lage sind, Marktverwerfungen zu widerstehen, sondern auch so aufgestellt sind, dass sie sich bei einer Erholung besser entwickeln. Wir erleben aber auch eine Wandlung an den Märkten von Wachstums- zu Substanzunternehmen, denn eine Dividende ist immer noch ein guter Ausgleich in Inflationszeiten.

5.    Im inflationären Umfeld sind in der Vergangenheit nur geringfügig zurückgegangen

Angesichts des äußerst angespannten Arbeitsmarktes sind sich die Analysten uneinig darüber, ob sich die US-Wirtschaft technisch gesehen in einer Rezession befindet. Dennoch wächst die Besorgnis, dass eine straffere Geldpolitik schließlich eine Rezession in den USA auslösen könnte. Auch Europa ist angesichts der akuten Energiekrise, aber auch noch anderer bekannter Faktoren, von einer Rezession bedroht. Als Silberstreif am Horizont kann gewertet werden, dass der Rückgang der Unternehmensgewinne während inflationsbedingter Rezessionen in der Vergangenheit nur gering war. So gingen die Gewinne in den drei Inflationsperioden 1990, 2001 und 2007 vom Höchststand bis zum Tiefststand nur um 15,3 Prozent zurück. Im Vergleich dazu fielen die Gewinne in Rezessionen mit niedriger Inflation um fast 45 Prozent.