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Der Blick auf die Märkte: Logistik

Ein Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC-Anlegerclub

Ohne Logistik kann heute kein Unternehmer existieren, egal ob als Einzelunternehmer (Handwerker, Dienstleister, etc.), mittelständisches Unternehmen oder international tätiger Konzern. Alle brauchen die Dienstleistungen der Logistikbranche.

Wir können uns hier nur auf einige wenige Bereiche der Logistik konzentrieren.

Unter Logistik verstehen wir per Definition die Gesamtheit aller Aktivitäten eines Unternehmens, die die Beschaffung, die Lagerung und den Transport von Materialien und Zwischenprodukten, die Auslieferung von Fertigprodukten, also den gesamten Fluss von Material, Energie und Produkt betreffen. Es gibt noch mehr und kompliziertere Definitionen, belassen wir es bei dieser verständlichen Definition.

Wie wichtig die Logistik ist, bemerken wir stets, wenn es Probleme auf diesem Gebiet gibt, die zu einem abrupten Stopp in der Produktion oder beim Verbraucher führt.

So haben wir es bei der Pandemie schmerzhaft bemerkt, die die Grenzen der Globalisierung mit der Störung der internationalen Lieferketten offenlegte.

Und sie ist noch nicht vorbei, die Pandemie, wie wir in der chinesischen Hafenstadt Shanghai sehen. Der weltgrößte Hafen ist ein Nadelöhr für die internationale Containerschifffahrt. Derzeit werden 40 Prozent weniger Güter exportiert. Selbst wenn die Hafenanlagen wieder voll arbeiten, wird es noch einige Monate brauchen, bis die aufgestauten Container umgeschlagen sind und alles wieder normal abläuft. Und das hat Folgen für die Volkswirtschaften. Kostete der Transport eines Standard-40-Fuß-Containers von Shanghai nach Rotterdam im Januar 2020 noch rund 2.000 US-Dollar, kletterten die Preise bis zum Oktober 2021 auf eine bisherige Höchstmarke von über 14.800 Dollar. Aktuell sind die Preise etwas zurückgekommen auf knapp unter 9.000 Dollar. Aber noch steht ja der große Teil der Schiffe und wartete auf die Aufhebung des Lockdowns.

Aber Logistik beinhaltet auch das, was auf unseren Straßen herumfährt: Gigaliner, LKW, PKW etc. Und hier sind jede Menge Probleme zu bewältigen. 

Corona wird, auch wenn die Pandemie etwas in den Hintergrund getreten ist, auch weiterhin die Transportbranche auf der Straße begleiten.

Probleme wird es aber auch geben durch die Zinswende. Denn viele Unternehmen brauchen für die Modernisierung ihrer LKW-Flotten Kredite, die jetzt teurer werden. Zwar werden die Zeiten billigen Geldes nicht abrupt enden. Nur werden die Finanzierungskosten für Unternehmen perspektivisch wieder steigen. Gerade für viele mittelständische Logistikdienstleister kann das Kapitalproblem eine Herausforderung werden. Schließlich schieben die Logistiker angesichts der weiterhin notwendigen Digitalisierung der Prozesse einen Investitionsberg vor sich her.

 

Außerdem gewinnen Klimawandel und Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung für die Logistik. Da sich der CO2-Preis per Jahresbeginn von 25 auf 30 Euro je Tonne erhöht hat, haben sich Transporte weiter verteuert. Der Schub ist zwar bei weitem nicht so groß wie zu Beginn des vergangenen Jahres. 20 Prozent Zuwachs sind aber auch keine Peanuts. Emissionen zu messen, sauber auszuweisen und darauf basierend verschiedene Transportoptionen anbieten zu können, wird mehr und mehr zum zentralen Asset für Logistiker.

Und das größte Problem fehlt noch, das ist das fehlende Fachpersonal. Das Angebot an LKW-Fahrern, Lageristen und Co kann mit der Konjunktur nicht mithalten, zumal jetzt durch den Ukraine-Krieg die Fahrer aus diesem Land bekanntermaßen ausfallen. Aber nicht nur LKW-Fahrer fehlen in den Unternehmen. Auch die dringend benötigten immer höher und speziell qualifizierten Mitarbeiter bspw. Ingenieure, Datenanalysten, Softwareentwickler etc. stehen nicht bei der Branche Schlange.

Die Luftfahrtbranche hat ebenfalls erhöhte Kosten zu stemmen, wenn unser Depotwert DHL und die anderen Frachtflieger nicht mehr über den Luftraum der Ukraine und Russland fliegen können. Und auch hier ist die CO2 Emission und die später dadurch notwendige Umrüstung der Maschinen ein spezielles und kostenintensives Thema.

Trotzdem können die meisten großen börsennotierten Unternehmen gute Renditen erwirtschaften und werden weiterhin aus der Not eine Tugend machen und die Preise über Gebühr erhöhen, wie Experten vermuten.  

Darum sollte man sich schon Aktien aus der Logistikbranche anschauen. 

Unser ehemaliger Depotwert Hapag Lloyd ist so ein Wert, wo der Aktienwert sehr stark angestiegen ist. 734 Schiffe besitzt das dänische Reedereiunternehmen, die börsennotierte APM-Maersk und ist somit die größte Container-Reederei weltweit nach der gesamten Anzahl der Schiffe.

Wir hatten die Lufthansa und unseren Depotwert DHL mit seiner Frachtflugsparte bereits erwähnt, wobei die Lufthansa und auch der Gelbe Riese bekanntlich wesentlich breiter in der Logistikbranche aufgestellt sind.

Wer öfter auf den Straßen unterwegs ist, hat vielleicht die Fahrzeuge des deutschen aber international tätigen PKW-Autovermieters Sixt bemerkt. Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren eine Wertentwicklung von 142 Prozent hingelegt. 

Etwas größer sind die Fahrzeuge des international tätigen Großlogistik- und Gütertransportunternehmens Kuehne + Nagel, beheimatet in der Schweiz. Das Wertpapier legte in den letzten fünf Jahren immerhin 110 Prozent zu.

Die Logistikbranche hat trotz aller Probleme und angedachten Deglobalisierungsbestrebungen der Wirtschaft zum Trotz eine sehr gute Perspektive. Der Wandel steht allerdings noch bevor. Durch den Green Deal werden die Flotten mittelfristig aus umweltfreundlichen Antriebstoffen bestehen und dafür gibt es Subventionen, die die Kosten in erträglichen Größenordnungen für die Unternehmen halten.