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Die verschwundene geglaubte Inflation und die Perspektiven der KI

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Der 1. Maifeiertag ist vorüber. Der ironischerweise so genannte „Tag der Arbeit“ verlief wie jedes Jahr. Mit Forderungen nach höheren Löhnen, sicheren Arbeitsplätzen, einem höheren Mindestlohn und einem weiter so wie bisher in der Sozialpolitik, speziell des Renteneintrittsalters etc. sind es ungefähr die gleichen Themen, wie schon in den vergangenen Jahren. Nur das auch dieses Jahr die Gewerkschaften und einige politische Parteien eben immer noch nicht den Ernst der Lage begriffen haben. Die ersten Arbeitsplätze sind bereits weg und werden auch nicht wieder kommen. Und weitere werden folgen, denn die gerade sich wieder entwickelnde Solarindustrie wird nicht der einzige Industriezweig sein, der Deutschland verlassen wird. Die Chemiebranche z. B. wackelt und die Stahlindustrie wird auch nicht mehr lange zögern, die Produktion dorthin zu verlagern, wo die Energie noch günstig zu haben ist.

Ein anderes Thema, dass schon wieder aus den Köpfen der Leute verschwunden zu sein scheint, ist das Gespenst der Inflation. Kein Wunder, die Verbraucherpreise in Deutschland waren im April – wie bereits im März – 2,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Kernrate – ohne Lebensmittel und Energie – sank hingegen von 3,3 auf 3 Prozent. Nach einer neuen Berechnungsmethode stieg die Gesamtinflationsrate in Deutschland entgegen den Markterwartungen auf 2,4 Prozent. Auch aus Spanien und Belgien wurden steigende Inflationsraten für den April gemeldet.

Nur damit die Verbraucher hierzulande jetzt nicht gar so übermütig werden, in den kommenden Monaten wollen wieder mehr Unternehmen ihre Kunden stärker zur Kasse bitten – vor allem in konsumnahen Branchen wie der Gastronomie. Das Barometer für die Preiserwartungen stieg im April auf 15,1 Punkte von 14,3 im März, wie das IFO-Institut bei seiner Firmenumfrage herausfand. “In den kommenden Monaten dürfte die Inflation erst einmal nicht weiter zurückgehen und bei knapp über zwei Prozent verharren”, schlussfolgerte IFO-Konjunkturexperte Sascha Möhrle daraus. Vor allem in der Gastronomie sowie im Einzelhandel mit Spielwaren und mit Drogerieartikeln wird wieder verstärkt mit steigenden Preisen geplant. 

Dennoch scheinen die Währungshüter der Europäische Zentralbank am 6. Juni wild entschlossen zu sein ihre Zinsen senken, sofern (immerhin das gestehen sie zu) bis dahin nichts Unerwartetes passiert. Ungewisser dürfte der Zinspfad danach werden. Plausibel erscheint weiterhin, dass jeweils eine weitere Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte pro Quartal erfolgen könnte – das ist auch an den Zinsterminmärkten so eingepreist. Stärkeren Einfluss auf den Kurs des Euro und auf die Renditen der Staatsanleihen dürfte die Frage haben, ob und wann auch die US-Notenbank Fed die Zinsen senken wird. Nur haben wir aktuell folgende Situation: Boomende Wirtschaft in den USA und Rezessionsgefahr in der Eurozone. Geschenkt, das Deutschland mit einem Wachstum für das erste Quartal ein Wachstum für das Bruttoinlandsprodukt von 0,2 Prozent ausweisen konnte und damit an einer Rezession vorbeigeschrammt ist. 

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins bei 5,25 bis 5,50 Prozent belassen. Es wurde allgemein erwartet, dass die amerikanischen Währungshüter diesmal den Leitzins noch unangetastet auf weiterhin hohem Niveau lassen werden. Übrigens, von den sieben Zinssenkungen, von denen Marktexperten noch vor nicht so langer Zeit orakelten, sind nur zwei übriggeblieben.

 

Wenige Wochen nach der Ankündigung von Massenentlassungen bei unserem Depotwert Tesla will der kriselnde US-Elektroautohersteller laut einem Bericht mindestens 500 weitere Stellen streichen. Einem Artikel der US-Nachrichtenseite The Information zufolge hat Tesla-Chef Elon Musk gleich einmal zwei Topmanager mit sofortiger Wirkung entlassen. Mindestens 500 weitere Angestellte sollen folgen, schrieb das auf die Technologiebranche spezialisierte Medium. Nach der bescheidenen Meinung ihres Autors dürfte das allerdings im Elektromobilsektor nur der Anfang sein. 

Die Künstliche Intelligenz wird teurer, das zeigten die Quartalszahlen unserer Depotwerte Meta, Alphabet und Microsoft. Meta will in diesem Jahr bis zu 40 Milliarden Dollar in KI investieren, um zur Konkurrenz aufzuschließen. Gleichzeitig sagte Mark Zuckerberg, dass es noch mehrere Jahre dauern könne, bis sich die neuen KI-Dienste auszahlten. Nach dem Milliardengrab Metaverse befürchten die Anleger wohl, dass sich Zuckerberg erneut übernimmt.

Auch Microsoft und Alphabet investieren kräftig: Allein im ersten Quartal zwischen Januar und März investierte Microsoft 14 Milliarden Dollar und Alphabet 12 Milliarden Dollar. Die Finanzchefin von Alphabet geht davon aus, dass die Investitionen in den nächsten Quartalen mindestens so weitergehen – dann wären wir summa summarum in diesem Jahr bei 48 Milliarden US-Dollar. Allein die Investitionen von Meta, Alphabet und Microsoft könnten sich in diesem Jahr auf über 140 Milliarden Dollar summieren. Und es ist ja nicht so, dass nur Big-Tech-Unternehmen in KI investieren müssen. Letztlich muss jedes Unternehmen seine Investitionen in KI erhöhen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Das bedeutet: Mit Investitionen in Aktien aus dem Bereich KI-Infrastruktur sind Anleger auf Jahre hinaus gut aufgestellt. Das sind zum Beispiel die Hersteller von KI-Chips, aber auch Anbieter von Netzwerktechnik, Kühltechnik oder Hersteller von KI-Servern.