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Kutzers Zwischenruf: Nix ist klar fürs neue Jahr

Kommentar von Hermann Kutzer, ehem. Börsenkorrespondent für das Handelsblatt und “N-TV”

Erinnern Sie sich noch, was hier taggenau vor einem Jahr stand? Ich musste nachsehen – und war dann überrascht, was (wenigstens einigermaßen) wie vorhergesagt eingetreten ist und was nicht. Das Wichtigste aus Anlegersicht: Die russische Aggression in der Ukraine mit ihren weitreichenden (energie-)politischen Folgen hat ein unerwartetes Unwetter ausgelöst – und die Welt verändert. 2022 ist daraufhin zu einem Katastrophenjahr für Wirtschaft und Börse geworden. Alle waren und sind noch betroffen. Und nun? Gelingt 2023 die Normalisierung, beginnt zumindest die Entspannung? Die Fachwelt hegt vorsichtige Hoffnung, ist aber geteilter Einschätzung. Deshalb sollten Sie sich fragen, ob Sie mit den unterschiedlichen Prognosen überhaupt etwas anfangen können.

Blicken wir kurz zurück. Die Headline lautete damals „Alles klar im neuen Jahr?“ Aber eben mit einem Fragezeichen. Heute ist klar, dass die Überschrift geändert werden muss. Und der anschließende 2022er Text ist nur bruchstückhaft noch (bzw. wieder) zu gebrauchen: „Zwischen den Jahren kommt’s mir vor, als würden alle erst einmal Atem holen. In Osteuropa hat sich die außenpolitische Lage etwas entspannt. Unsere Berliner Ampel gibt sich rührig. Die vierte Corona-Welle ebbt seit einigen Tagen ab. Die Wirtschaftsdaten aus Asien, Ami-Land und Europa bleiben gemischt. Für die Wall Street sieht’s uneinheitlich bis gut aus. Für Europa sind die Prognosen mehrheitlich auch nicht übel. Kontrovers diskutiert wird vor allem über die Inflationsaussichten 2022. An Warnungen inzwischen kein Mangel mehr.“

Gehen wir vom aktuellen Stand aus, dann legt der Dax in diesem historisch-brisanten Jahr bis zum Ultimo gut 15 Prozent zu. Halleluja! 2022 hat er allerdings gut 12 Prozent eingebüßt. Nach dem Highlight des vorangegangenen Jahres jetzt ein Tiefpunkt. „Kann 2022 nochmal ein so guter Jahrgang werden?“ zweifelte ich Ende Dezember 2021 und sagte dann skeptisch: „Möglich, aber eher unwahrscheinlich. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sich die führenden Finanzmärkte im Jahresverlauf zunehmend unterschiedlich entwickeln dürften. Dafür spielen die jeweiligen Zentralbanken eine mitentscheidende Rolle. Jedenfalls Hände weg von Staatsanleihen. Dagegen kommt Ihr an Aktien nach wie vor nicht vorbei. Am “TINA“-Grundsatz (There Is No Alternative) wird sich wohl nix ändern.“!

Soweit der Rückblick im Vergleich der Kolumnen. Meinen Ausblick von damals könnte man so oder ähnlich kopieren: „Wenn Ihr in diesen Tagen einen gründlichen Depotcheck macht, meine Freunde, dann solltet Ihr auf eine breite internationale Mischung achten. Die Top-Schwellenländer aus Asien – 2021 gegenüber dem Westen vernachlässigt – könnten 2022 zu den Gewinnern gehören. Dann wäre das von mir bevorzugte Aktien-Trio aus China (und Indien), Deutschland und der Wall Street eine starke Grundlage. Und die Liquidität kann man im ersten Quartal vorsichtshalber weiter erhöhen, bis deutlicher wird, wie sich Pandemie und Inflation weiterentwickeln. Für Euch alles klar?